Waschmaschinen-Test: Was Prüfinstitute messen – und was davon schon auf dem EU-Label steht
Von Sebastian Hösel · Veröffentlicht am · Wie wir arbeiten
Wer „Waschmaschine Test“ in die Suche tippt, möchte meist zwei Dinge wissen: Wird die Wäsche sauber, und hält das Gerät durch? Vorweg, damit es nicht untergeht: Waschmaschinen-Kompass testet keine Waschmaschinen. Wir haben kein Labor, keine Schmutzstreifen und keine Dauerlaufanlage. Was wir können, ist erklären, wie ein echter Test zustande kommt, welche seiner Messgrößen auf dem EU-Energielabel ohnehin schon für jedes Modell stehen – und wo nur ein Prüfinstitut weiterhilft.
Wie ein Waschmaschinen-Test bei der Stiftung Warentest abläuft
Die Stiftung Warentest kauft ihre Prüfmuster anonym im Handel und lässt sie von einem externen, unabhängigen Labor prüfen[1]. Für Waschmaschinen beschreibt sie das Verfahren auf ihrer Testseite unter „So haben wir Waschmaschinen getestet“[2]. Das Qualitätsurteil setzt sich dort aus fünf Prüfblöcken zusammen, die unterschiedlich schwer wiegen:
Gewichte laut Methodenbeschreibung der Stiftung Warentest[2]; rechte Spalte nach Label und Produktdatenblatt der Verordnung (EU) 2019/2014[3] – Einzelheiten in den Abschnitten unten.
Waschen: 40 Prozent
Den größten Teil macht die Waschwirkung aus. Jede Maschine läuft durch sechs Programme[2], darunter Eco 40–60 mit halber Beladung, Buntwäsche 40 Grad voll und halb beladen, ein Kurzprogramm, Buntwäsche 60 Grad und eine Kleinmenge von 2 kg. In der Trommel liegen Handtücher, Bettlaken und Kopfkissen, dazu Gewebestreifen mit Hautfett, Ruß, Öl, Blut, Kakao und Rotwein. Bewertet wird, wie sauber diese Streifen herauskommen, wie gründlich gespült und wie kräftig geschleudert wird. Seit 2024 zählt außerdem, wie schonend die Maschine mit Textilien umgeht: Eingenähte, locker gewebte Nylontücher verraten über die Zahl gelöster Fäden, wie stark die Trommel an der Wäsche zerrt. Buntwäsche 40 Grad mit voller Ladung wird fünfmal wiederholt, alle übrigen Programme dreimal.
Dauerprüfung: 20 Prozent
Hier liegt der Teil, den kein Kunde im Laden nachprüfen kann. Laut Stiftung Warentest[2] durchlaufen drei Exemplare jedes Modells im Dauertest 1.200 Durchgänge: 600-mal Kochwäsche bei 90 Grad und 600-mal Spülen und Schleudern, zu drei Vierteln mit Baumwolllaken beladen, über rund acht Monate. Gewertet wird, ob, wann und wie schwer Defekte auftreten. Wie viel Gewicht das hat, zeigt eine Abwertungsregel: Ist die Dauerprüfung nur „ausreichend“ oder „mangelhaft“, kann das Gesamturteil nicht besser ausfallen.
Handhabung, Umwelt und Wasserschutz: zusammen 40 Prozent
- Handhabung (15 %): Drei Fachleute und zwei Nutzer beurteilen unter anderem Anleitung, Waschmittelzugabe, Bedienelemente, Be- und Entladen, Pflege der Maschine und die Restlaufanzeige.
- Umwelteigenschaften (15 %): Strom und Wasser werden in allen geprüften Programmen gemessen, dazu Standby und Aus-Zustand. Das Geräusch erfassen die Prüfer nicht nur beim Schleudern, sondern auch im Hauptwaschgang.
- Schutz vor Wasserschäden (10 %): Eine Fachperson prüft, ob ein geplatzter Zulaufschlauch, ein klemmendes Ventil oder ein Leck im Gerät abgefangen wird – etwa durch doppelwandigen Schlauch, Bodenwanne und Schwimmschalter. Was die einzelnen Systeme leisten, erklärt unser Ratgeber zu Aquastop und Wasserschäden.
Für die Modelle des Testjahrgangs 2025 hat die Stiftung zudem die Reparierbarkeit untersucht[2].
Was das EU-Energielabel davon schon festhält
Ein Teil dieser Messgrößen ist für jede in der EU verkaufte Waschmaschine ohnehin vorgeschrieben – gemessen nach einheitlichen Normen, allerdings nur in einem Programm, „eco 40-60“. Das Label selbst zeigt laut Delegierter Verordnung (EU) 2019/2014, Anhang III[3] die Energieeffizienzklasse, den gewichteten Stromverbrauch je 100 Zyklen, die Nennkapazität, den Wasserverbrauch je Zyklus, die Programmdauer, die Schleudereffizienzklasse sowie Schallpegel und Geräuschklasse des Schleudergangs. Wie Sie jedes dieser Felder lesen, steht im Ratgeber EU-Energielabel bei Waschmaschinen.
Mehr steht im Produktdatenblatt, das der Hersteller in der EPREL-Datenbank[4] hinterlegen muss und das der QR-Code auf dem Label aufruft. Nach Anhang V derselben Verordnung gehören dazu auch ein Wascheffizienzindex, die Spülwirkung in Gramm Waschmittelrest je Kilogramm Wäsche, die Restfeuchte bei voller, halber und Viertelbeladung, der Stromverbrauch im Bereitschafts- und Aus-Zustand und die Mindestlaufzeit der Herstellergarantie.
Klingt nach Waschtest – ist aber eine Untergrenze. Die Ökodesign-Verordnung verlangt für Maschinen über 3 kg Nennkapazität einen Wascheffizienzindex über 1,03 und eine Spülwirkung von höchstens 5,0 g/kg[5], jeweils bei voller, halber und Viertelbeladung im Eco-Programm. Jedes Gerät im Handel muss das erfüllen. Der Index sagt also, dass eine Maschine die Hürde nimmt – nicht, wie sie Rotweinflecken im Kurzprogramm bewältigt.
| Was ein Prüfinstitut ermittelt | Steht auf Label oder Datenblatt? |
|---|---|
| Strom und Wasser im Eco-Programm | ja, je 100 Zyklen bzw. je Zyklus |
| Strom und Wasser in Bunt-, Kurz- und 60-Grad-Programmen | nein |
| Schleudergeräusch | ja, in dB(A) mit Klasse A bis D |
| Geräusch beim Waschen | nein |
| Restfeuchte nach dem Schleudern | ja, als Schleudereffizienzklasse und in Prozent |
| Waschwirkung | nur als Index im Eco-Programm, mit gesetzlichem Mindestwert |
| Wäscheschonung | nein |
| Haltbarkeit im Dauerlauf | nein, nur die Mindestlaufzeit der Garantie |
| Handhabung | nein |
| Schutz vor Wasserschäden | nein |
Quellen für diese Übersicht: Methodenbeschreibung der Stiftung Warentest[2] sowie Anhang III und V der Verordnung (EU) 2019/2014[3].
Was nur ein Prüflabor herausfindet
Drei Fragen beantwortet kein Datenblatt:
- Wäscht sie gut, wenn ich nicht Eco wähle? Viele Haushalte waschen überwiegend Buntwäsche bei 40 Grad oder im Schnellprogramm. Wie sauber und wie schonend das gelingt, misst nur ein vergleichender Waschtest.
- Hält sie? Das Datenblatt nennt die Garantiezeit, die der Hersteller anbietet, und die Ökodesign-Regeln verpflichten ihn, wichtige Ersatzteile wie Motor, Pumpe, Trommellager und Türdichtung mindestens zehn Jahre nach dem letzten verkauften Exemplar[5] für Reparaturen bereitzuhalten. Ob eine Maschine aber nach Hunderten Kochwäschen noch läuft, zeigt erst ein Dauerlauf.
- Ist sie angenehm zu bedienen und dicht? Bedienung, Dosierfach, Restzeitanzeige und das Wasserstoppsystem erscheinen auf keinem Label.
Testergebnis und Label nebeneinander lesen
Liegt für ein Modell ein Testergebnis vor, ergänzen sich beide Quellen gut – wenn Sie ein paar Dinge beachten:
- Modellkennung abgleichen. Das Label nennt die genaue Modellkennung des Herstellers. Steht im Test eine abweichende Endung, kann es ein baugleiches Gerät sein – oder ein anderes. Die Stiftung Warentest prüft baugleiche Modelle nach eigenen Angaben[2] auf Plausibilität; verlassen Sie sich trotzdem lieber auf die exakte Bezeichnung.
- Teilnoten statt Gesamtnote lesen. Wer viel wäscht, schaut zuerst auf Waschen und Dauerprüfung. Wer im Wohnbereich aufstellt, auf das Geräusch – das Label kennt nur den Schleuderwert.
- Verbrauch richtig zuordnen. Der Labelwert gilt für Eco 40–60 und eignet sich, um Modelle untereinander zu vergleichen. Die Verbräuche aus einem Test über mehrere Programme kommen Ihrem tatsächlichen Waschalltag oft näher, wenn Sie selten Eco wählen.
- Preis und Datum prüfen. Ein Testergebnis gehört zu einem Prüfzeitpunkt, und die dort genannten Preise ebenfalls. Was ein Gerät heute kostet, steht beim Händler.
Für viele der aktuell angebotenen Geräte gibt es gar kein Testergebnis. Dann bleiben Label und Datenblatt die einzige Grundlage, die nach einer gemeinsamen Norm entstanden ist – und genau darauf baut unser Vergleich auf.
Wie wir vergleichen, ohne zu testen
Wir vergeben keine Noten und keine Sterne; unsere Methodik erklärt, warum. Stattdessen rechnen wir mit den Werten, die jeder Hersteller nach derselben Verordnung angeben muss, und mit Preisen aus den Händler-Feeds.
Die Ranglisten. In der Rangliste der Frontlader und der Rangliste der Toplader bekommt jedes Modell mit vollständigen Angaben drei Plätze: für den Stromverbrauch je Kilogramm Füllmenge (kWh je 100 Zyklen im Eco-Programm, geteilt durch die Nennkapazität), für die Lautstärke beim Schleudern und für den aktuell günstigsten Preis je Kilogramm Füllmenge. Die drei Platzziffern werden addiert; die kleinste Summe führt, bei Gleichstand entscheidet der Strom. Weil Preise sich ändern, trägt jede Rangliste ihr Datum.
Der Block auf der Modellseite. Auf den Modellseiten steht, sofern alle drei Werte vorliegen, ein Abschnitt „Im Vergleich mit …“, der dieselbe Rechnung für ein einzelnes Gerät auflöst: auf welchem Platz es in seiner Bauart beim Strom je Kilogramm, beim Schleudergeräusch und beim Preis je Kilogramm liegt. So sehen Sie auf einen Blick, ob ein Gerät eher wegen des Preises oder wegen des Verbrauchs vorn oder hinten landet.
Warum je Kilogramm? Eine 10-kg-Trommel braucht pro Durchgang naturgemäß mehr Strom als eine 7-kg-Trommel, wäscht dafür aber auch mehr Wäsche. Ohne Umrechnung würde die kleine Maschine fast immer gewinnen, obwohl sie für dieselbe Wäschemenge öfter laufen muss. Der Wert je Kilogramm stellt beide auf dieselbe Grundlage. Er hat aber eine Grenze: Wer eine große Trommel meist nur halb füllt, holt deren Vorteil nur zum Teil heraus. Welche Größe zu Ihrem Haushalt passt, klärt der Kaufratgeber.
Die Zahlen dahinter. Mediane und Spannen nach Bauart, Energieklasse und Füllmenge veröffentlichen wir mit Datum auf der Seite Verbrauchsdaten, jedes Modell auch als CSV.
Was unsere Ranglisten nicht können, ist ebenso klar: Waschwirkung, Haltbarkeit und Bedienung fließen nicht ein, weil wir sie nicht messen. Ein Platz weit vorn heißt „sparsam, leise und günstig je Kilo laut Label und Preis“ – nicht „wäscht am saubersten“.
Kurz zusammengefasst
- Waschmaschinen-Kompass testet keine Geräte. Echte Waschmaschinentests machen Prüfinstitute wie die Stiftung Warentest[2] – mit Schmutzstreifen, sechs Programmen und einem Dauerlauf über Monate.
- Verbrauch, Schleudergeräusch, Restfeuchte und Programmdauer im Eco-Programm stehen für jedes Modell schon auf Label und Datenblatt.
- Waschergebnis außerhalb von Eco, Haltbarkeit, Handhabung und Wasserschutz zeigt nur ein Test; das Datenblatt garantiert bei der Waschwirkung lediglich einen Mindestwert.
- Für Modelle ohne Testergebnis vergleichen unsere Ranglisten und der Block auf den Modellseiten die Labelwerte und den Preis – umgerechnet je Kilogramm Füllmenge, damit große und kleine Trommeln fair nebeneinanderstehen.
Quellen
- ↑ Stiftung Warentest: Testablauf im Detail (test.de)
- ↑ a b c d e f g h Stiftung Warentest: Waschmaschinen im Test – So haben wir getestet (test.de)
- ↑ a b c Delegierte Verordnung (EU) 2019/2014 zur Energieverbrauchskennzeichnung von Haushaltswaschmaschinen (eur-lex.europa.eu)
- ↑ Europäische Kommission: EPREL-Produktdatenbank, Waschmaschinen (eprel.ec.europa.eu)
- ↑ a b Verordnung (EU) 2019/2023, Ökodesign-Anforderungen an Haushaltswaschmaschinen, Anhang II (eur-lex.europa.eu)