Waschmaschine pumpt nicht ab: Ursachen der Reihe nach prüfen
Von Sebastian Hösel · Veröffentlicht am · Wie wir arbeiten
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Das Programm ist vorbei, doch hinter dem Bullauge schwappt noch graues Wasser, und die Tür bleibt zu. Bevor Sie Handtücher ausbreiten und Schrauben suchen: Die Ursache liegt fast immer an einer von fünf Stellen, und die lassen sich in einer festen Reihenfolge abarbeiten – von der Einstellung am Bedienfeld über Sieb, Schlauch und Siphon bis zur Pumpe. Wer so vorgeht, braucht für die meisten Fälle kein Werkzeug und weiß am Ende, ob er selbst weitermachen kann oder anrufen sollte. Welche anderen Störungen es gibt, sortiert die Übersicht nach Symptomen; hier geht es nur um das stehende Wasser.
Eine Regel gilt für jeden Schritt ab dem zweiten: Gerät ausschalten und den Netzstecker ziehen, bevor Sie an Sieb, Schlauch oder Siphon gehen. So steht es bei Bosch[1], Siemens[2], AEG[3] und Haier[4] in den Anleitungen, auf die sich dieser Ratgeber stützt.
Schritt 1: Hat die Maschine absichtlich angehalten?
Nicht jedes stehende Wasser ist eine Störung. Viele Maschinen haben eine Option, die genau das bewirkt: den Spülstopp. Er ist dafür gedacht, Knitterfalten zu vermeiden, wenn die Wäsche nicht sofort nach Programmende herausgenommen wird. Die Trommel bleibt dann nach dem letzten Spülgang gefüllt, bis jemand das Programm fortsetzt.
- Bosch: In der Gebrauchsanleitung der WAN28122[1] steht der Spülstopp als erste Ursache in der Störungszeile „Waschlauge wird nicht abgepumpt“. Erkennbar ist er daran, dass die Anzeige statt einer Schleuderdrehzahl nur Striche zeigt. Fortgesetzt wird, indem Sie Schleudern oder ein Abpumpprogramm wählen und Start drücken. Die Anleitung der WAG-Baureihe[5] beschreibt dasselbe Prinzip: Die Wäsche bleibt nach dem letzten Spülen im Wasser liegen.
- AEG: Laut Benutzerinformation der L6FBG51470[3] endet ein Programm mit dieser Option mit Wasser in der Trommel, die Tür bleibt verriegelt, und die Trommel bewegt sich in Abständen weiter. Ein Druck auf Start/Pause startet das Schleudern samt Abpumpen; von selbst pumpt das Gerät nach etwa 18 Stunden ab. Dieselbe Fehlersuche nennt auch Programme ohne Abpumpphase als Grund und rät dann zum Abpumpprogramm.
Zwei weitere Fälle sehen aus wie ein Defekt, sind aber keiner. Der Samsung-Support[6] weist darauf hin, dass ein Gerät während einer Einweichphase stillzustehen scheint, und dass eine Maschine bei unzureichender Stromversorgung vorübergehend weder abpumpen noch schleudern kann; sie arbeitet normal weiter, sobald genug Spannung anliegt. Und Haier[4] erinnert daran, dass viele Maschinen erst mit dem Schleudern abpumpen: Bricht eine stark überladene oder einseitig verteilte Trommel das Schleudern ab, bleibt das Wasser eben stehen. Weniger Wäsche, neu verteilt, und ein erneuter Start von „Abpumpen/Schleudern“ klären das.
Zeigt das Display keine dieser Einstellungen und läuft auch ein reines Abpumpprogramm ins Leere, ist es Zeit für die Hardware.
Schritt 2: Das Flusensieb
Das Sieb sitzt unmittelbar vor der Pumpe und hält alles auf, was die Lauge mit sich reißt, deshalb ist es der erste Handgriff an der Maschine selbst. Bei verstopftem Ablauf kann laut Miele-Kundendienst[7] eine größere Wassermenge in der Trommel stehen, und die kommt beim Öffnen durch die Siebklappe. Wie Sie sie kontrolliert ablassen, das Sieb säubern und wieder dicht einsetzen, steht ausführlich im Ratgeber Flusensieb der Waschmaschine reinigen. War das Sieb sauber oder pumpt die Maschine auch danach nicht, geht es mit dem Weg weiter, den das Wasser hinter der Pumpe nimmt.
Schritt 3: Der Ablaufschlauch
Zwischen Maschine und Abfluss gibt es drei Dinge, die schiefgehen können: Der Schlauch ist abgeknickt, er ist innen zugesetzt, oder er endet in der falschen Höhe.
Knicke und Quetschungen. Bosch[5] verlangt in der WAG-Anleitung, den Ablaufschlauch weder zu knicken noch in die Länge zu ziehen; AEG[3] nennt neben dem Knick auch eine zu starke Krümmung als Ursache. Ziehen Sie die Maschine ein Stück vor und folgen Sie dem Schlauch mit der Hand bis zum Anschluss. In unbeheizten Räumen kommt eine Ursache hinzu, an die kaum jemand denkt: Laut Samsung[6] kann Restwasser im Schlauch im Winter gefrieren. Der Hersteller rät, Wasser in die Maschine zu geben und abpumpen zu lassen, damit heißes Wasser das Eis im Schlauch schmilzt, notfalls mehrmals.
Die Höhe des Schlauchendes. Die Pumpe drückt das Wasser nach oben, und das kann sie nur bis zu einer bestimmten Höhe. Weniger bekannt ist, dass auch ein zu tief hängendes Ende Ärger macht: Bosch[5] warnt in der WAG-Anleitung, dass Wasser in das Gerät zurückgesaugt werden kann, wenn das Schlauchende in das abgepumpte Wasser eintaucht. Samsung[6] beschreibt denselben Effekt als Siphon-Phänomen, bei dem es zur Rückströmung kommen kann. Die zulässigen Werte unterscheiden sich je nach Hersteller:
Spanne zwischen niedrigster und höchster zulässiger Höhe. Samsung, Haier und Beko messen ausdrücklich ab dem Fußboden; die Bosch-Anleitung nennt „Abpumphöhen“ ohne Bezugspunkt im Text. Für Ihr Gerät gilt die eigene Montageanleitung.
Quellen der Grafik: die Bosch-Anleitung zur WAN28122[1] (mindestens 60, höchstens 100 cm), Samsung zum Anschluss des Ablaufschlauchs[8] (60 bis 90 cm am Siphon), Haier zum Anschließen der Waschmaschine[9] (60 bis 90 cm) und die Beko-Hilfeseite[10] (40 bis 100 cm).
Beko[10] gibt gegen Rückfluss noch zwei praktische Hinweise: Der Schlauch soll an der Geräterückseite im Clip oberhalb des Maschinenanschlusses geführt und etwa 15 cm in den Abfluss geschoben werden; ein zu langes Ende wird gekürzt. Bei Bosch[1] steht eine unzulässige Verlängerung des Ablaufschlauchs ausdrücklich in der Liste der Ursachen. Die AEG-Benutzerinformation[3] erlaubt eine Verlängerung auf höchstens 400 cm und verweist für Schlauch und Verlängerung an den Kundendienst. Wer nach einem Umzug improvisiert hat, sollte hier zuerst nachsehen. Wie der Schlauch beim Aufstellen richtig gesichert wird, zeigt der Ratgeber Waschmaschine anschließen.
Der Eimertest. Ob die Maschine oder das Hausrohr schuld ist, lässt sich mit einem einfachen Versuch trennen, den Haier[4] beschreibt: Schlauchende aus dem Abfluss ziehen, in einen Eimer halten und „Abpumpen“ starten. Schießt das Wasser kräftig heraus, arbeitet die Pumpe, und die Blockade sitzt weiter hinten im Siphon oder Wandablauf. Vorsicht nach heißen Programmen: Die Bosch-Anleitung[5] warnt ausdrücklich vor Verbrühungen durch abgepumpte Lauge.
Schritt 4: Siphon und Wandanschluss
Hängt der Schlauch an einem Siphon unter dem Waschbecken, sammeln sich dort mit der Zeit Flusen. Die Siemens-Hilfeseite[2] nennt neben Flusen auch Knöpfe und Münzen, die den Siphon verstopfen können. Die WAG-Anleitung von Bosch[5] beschreibt das Freimachen in vier Schritten:
- Gerät ausschalten und den Netzstecker ziehen.
- Die Schlauchschelle lösen und den Ablaufschlauch vorsichtig abziehen. Siemens[2] rät, vorher einen Eimer darunterzustellen, denn Restwasser läuft heraus.
- Ablaufschlauch und Siphon-Stutzen reinigen.
- Den Schlauch wieder aufstecken und die Verbindung erneut mit der Schelle sichern.
Für die Schelle nennen beide Bosch-Anleitungen (WAN28122[1], WAG[5]) einen Spannbereich von 24 bis 40 mm. Sie ist kein Zubehör für Perfektionisten: Beim Abpumpen steht der Schlauch laut Bosch[1] unter Druck und kann sich vom Anschluss lösen.
Endet der Schlauch im Waschbecken statt am Siphon, prüfen Sie zwei Dinge, die die WAG-Anleitung[5] aufzählt: Der Stöpsel darf den Abfluss des Beckens nicht verschließen, und das Wasser muss schnell genug ablaufen. Für ein Standrohr gibt Samsung[8] einen Mindestdurchmesser von 5 cm und eine Aufnahme von mindestens 60 Litern pro Minute an. Sitzt die Verstopfung tiefer in der Hausleitung, ist das keine Frage der Waschmaschine mehr.
Schritt 5: Die Laugenpumpe
Ist das Sieb sauber, der Schlauch frei und der Abfluss in Ordnung, bleibt die Pumpe selbst. Hier gibt es zwei sehr verschiedene Befunde.
Blockiert. Nach Haier[4] verrät sich ein Fremdkörper in der Pumpe oft durch ein Brummen, während kaum Wasser kommt; genannt werden Knöpfe, Münzen und BH-Bügel. Durch die Sieböffnung lässt sich das prüfen: mit einer Taschenlampe hineinleuchten und das Pumpenrad mit dem Finger oder einem stumpfen Gegenstand anstoßen. Es soll sich mit leichtem Widerstand drehen. Auch der Miele-Kundendienst[7] lässt prüfen, ob sich die Pumpenflügel leicht drehen, und erst dann Knöpfe oder Münzen aus dem Innenraum entfernen. Sichtbares darf heraus; was festsitzt, bleibt drin. Damit es gar nicht erst so weit kommt, empfiehlt Haier[4], Kleinteile wie BHs in Wäschenetzen zu waschen.
Defekt. Lässt sich das Rad gar nicht bewegen, oder brummt die Pumpe dauerhaft, obwohl Sieb, Schlauch und Abfluss frei sind, zählt Haier[4] das zu den klaren Signalen für eine Fachkraft, ebenso verschmorten Geruch und eine auslösende Sicherung. Auch Siemens[2] schreibt, dass nach allen Prüfungen eine defekte Pumpe oder ein anderes Problem die Ursache sein kann, das ein Techniker beheben muss.
Nicht jedes Pumpengeräusch ist ein Alarm. Die AEG-Benutzerinformation[3] erwähnt, dass die Ablaufpumpe vor dem Wassereinlauf kurz laufen kann; das ist vorgesehen. Auffällig sind dagegen Geräusche, die laut derselben Anleitung auf eine verstopfte Pumpe hindeuten und ein Grund sind, sie zu reinigen.
Was der Fehlercode verrät – und was nicht
Ein Code sagt meist nur, dass der Ablauf gestört ist, nicht wo. Das zeigt die Störungstabelle der Bosch WAN28122[1] besonders deutlich: Für die Meldung „E:30 / -80“ und die Ablaufstörungen, die sie dort einordnet, führt sie verstopftes Abflussrohr oder verstopften Schlauch, einen Knick, eine verstopfte Laugenpumpe, einen höher als 1 Meter angeschlossenen Schlauch, einen falsch zusammengesetzten Pumpendeckel, eine unzulässige Verlängerung und sogar zu hoch dosiertes Waschmittel auf. Für den letzten Fall nennt Bosch[1] eine Sofortmaßnahme gegen den Schaum: einen Esslöffel Weichspüler mit einem halben Liter Wasser mischen und in die linke Kammer geben, außer bei Outdoor-, Sport- und Daunentextilien. Beim nächsten Waschgang mit gleicher Beladung dann weniger dosieren; wie viel richtig ist, erklärt der Ratgeber Waschmittel richtig dosieren.
Die Liste ist im Grunde die Reihenfolge dieses Ratgebers. Den Code zu kennen, erspart also keinen der Schritte, er bestätigt nur, dass Sie an der richtigen Baustelle sind. Welche Kürzel andere Marken für Ablaufstörungen verwenden, steht in der Fehlercode-Übersicht; maßgeblich bleibt die Anleitung Ihrer Baureihe, denn dieselbe Marke nutzt je nach Gerät unterschiedliche Codes.
Ab hier übernimmt die Werkstatt
Die Grenze ziehen die Hersteller selbst: Bosch[1] schreibt in der Anleitung, dass Reparaturen am Gerät nur geschultes Fachpersonal mit Original-Ersatzteilen ausführen darf. Alles, was Sie oben erledigen konnten, liegt außen oder hinter einer Klappe. Eine Pumpe auszubauen heißt dagegen, das Gehäuse zu öffnen, und das ist kein Heimwerkerschritt.
Ist die Maschine noch keine zwei Jahre alt, lohnt vor dem Werkstatttermin ein Blick auf den Kaufbeleg. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland[11] erklärt: Bei Neuware beträgt die gesetzliche Gewährleistung zwei Jahre, und in den ersten zwölf Monaten wird vermutet, dass ein Mangel schon beim Kauf bestand. Eine Herstellergarantie kommt freiwillig hinzu und richtet sich nach den Bedingungen des Herstellers.
Für ältere Geräte finden Sie einen Betrieb über das Verzeichnis reparaturdienst-kompass.de, eine Suche nach Postleitzahl und Umkreis. Notieren Sie vorher Modell, Fehlercode und was Sie bereits geprüft haben; das erspart dem Techniker die ersten Schritte. Ob sich der Austausch einer Pumpe bei einem betagten Gerät noch rechnet, wägt der Ratgeber Reparieren oder neu kaufen? ab. Fällt die Entscheidung für ein neues Gerät, beginnt die Suche am besten bei den Frontladern und im Vergleich von bis zu vier Modellen.
Die Reihenfolge auf einen Blick
- Einstellung prüfen: Spülstopp, Programm ohne Abpumpen, Einweichphase, Überladung.
- Flusensieb leeren und reinigen – Anleitung im Flusensieb-Ratgeber.
- Ablaufschlauch auf Knicke, Eis und Verlängerungen prüfen, Höhe mit der Montageanleitung vergleichen.
- Eimertest: Läuft das Wasser frei, liegt es am Siphon oder Wandablauf; Stutzen reinigen, Schelle sichern.
- Pumpenrad durch die Sieböffnung prüfen; blockiert es dauerhaft oder brummt die Pumpe ohne Förderung, ist es ein Fall für die Werkstatt.
Quellen
- ↑ a b c d e f g h i Bosch: Gebrauchs- und Montageanleitung Waschmaschine WAN28122 (media3.bsh-group.com)
- ↑ a b c d Siemens-Kundendienst: Was tun, wenn die Waschmaschine kein Wasser abpumpt? (siemens-home.bsh-group.com)
- ↑ a b c d e AEG: Benutzerinformation Waschmaschine L6FBG51470 (electrolux.bynder.com)
- ↑ a b c d e f Haier: Was tun, wenn die Waschmaschine nicht abpumpt? (haier-europe.com)
- ↑ a b c d e f g Bosch: Gebrauchs- und Aufstellanleitung Waschmaschine WAG (media3.bosch-home.com)
- ↑ a b c Samsung-Support: Was tun, wenn meine Waschmaschine während des Betriebs plötzlich anhält? (samsung.com)
- ↑ a b Miele-Kundendienst: Fehler F11 (miele.de)
- ↑ a b Samsung-Support: Wie schliesse ich den Ablaufschlauch meiner Waschmaschine an? (samsung.com)
- ↑ Haier: Waschmaschine anschließen (haier-europe.com)
- ↑ a b Beko-Service: Wie kann ich eine Waschmaschine reparieren, die nicht abpumpt? (beko.com)
- ↑ Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland: Gewährleistung und Garantie (cec-zev.eu)