Waschmaschine anschließen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
Von Sebastian Hösel · Wie wir arbeiten
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Die neue Waschmaschine steht in der Küche oder im Bad, die Verpackung ist ab – und jetzt? Wer beim Anschließen etwas übersieht, riskiert im besten Fall einen abgebrochenen ersten Waschgang, im schlechtesten Fall einen Wasserschaden oder eine beschädigte Trommel. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Reihenfolge lässt sich eine Waschmaschine ohne Vorkenntnisse sicher selbst anschließen. Diese Anleitung führt Sie durch alle sechs Schritte – von der Transportsicherung bis zum ersten Prüflauf.
Schritt 1: Transportsicherung entfernen – der wichtigste Schritt
Bevor die Waschmaschine überhaupt einmal läuft, muss die Transportsicherung raus. Sie besteht meist aus mehreren Gewindebolzen mit Kunststoffummantelung, die im Werk eingesetzt werden, damit die Trommel beim Transport nicht frei hin- und herschwingt und die Aufhängung dabei beschädigt. Die genaue Anzahl und Position variiert je nach Modell – schauen Sie dazu in die Bedienungsanleitung Ihres Geräts.
So gehen Sie vor:
- Ziehen Sie den Netzstecker, bevor Sie an der Maschine arbeiten, und ziehen Sie die Maschine so weit von der Wand, dass Sie die Rückseite erreichen.
- Lösen Sie die Bolzen mit einem passenden Steck- oder Sechskantschlüssel gegen den Uhrzeigersinn.
- Setzen Sie die mitgelieferten Kunststoff-Blindstopfen in die entstandenen Öffnungen ein, um sie zu verschließen.
- Bewahren Sie die Bolzen auf – Sie brauchen sie wieder, wenn die Maschine umzieht. Ein bewährter Trick: die Bolzen mit Klebeband im Ablaufschlauch oder im Waschmittelfach befestigen, dann gehen sie bis zum nächsten Umzug nicht verloren.
Wichtig: Läuft die Maschine mit noch eingesetzter Transportsicherung, kann die Trommel nicht frei schwingen – das kann Aufhängung und Trommellager dauerhaft beschädigen. Prüfen Sie also vor dem ersten Einschalten, ob wirklich alle Bolzen entfernt sind.
Schritt 2: Aufstellort wählen und waagerecht ausrichten
Der Stellplatz sollte eben, tragfähig und in der Nähe der Wasser-, Ablauf- und Stromanschlüsse liegen. Ein weicher Untergrund wie Teppich ist ungünstig, da die Maschine dort schlechter Stand hat.
Anschließend wird die Maschine waagerecht ausgerichtet – das ist keine Kosmetik, sondern verhindert, dass sie beim Schleudern wandert, stark vibriert oder unnötig laut wird:
- Legen Sie eine Wasserwaage quer und eine längs auf die obere Geräteabdeckung.
- Lösen Sie an den Füßen, die verstellt werden müssen, zunächst die Kontermutter, damit sich der Fuß frei drehen lässt.
- Drehen Sie den Fuß, bis die Libellen-Blase in beiden Wasserwaagen mittig steht – je nach Bauart senkt Drehen in die eine Richtung die Ecke ab, Drehen in die andere hebt sie an.
- Ziehen Sie die Kontermutter jedes verstellten Fußes wieder fest an. Das fixiert die Einstellung, damit sich die Füße nicht schon beim ersten Schleudergang wieder verstellen.
- Prüfen Sie zum Schluss, ob die Maschine auf allen vier Füßen fest steht, ohne zu wackeln.
Eine gut ausgerichtete, stabil stehende Maschine ist auch die Grundlage für ein ruhiges Betriebsgeräusch – ein Kriterium, das beim Waschmaschinenkauf über die Geräuschemissionsklasse ebenfalls eine Rolle spielt.
Schritt 3: Kaltwasserzulauf anschließen
Waschmaschinen werden in aller Regel an den Kaltwasseranschluss angeschlossen; nur wenige Modelle sehen ausdrücklich einen Warmwasseranschluss vor – prüfen Sie das im Zweifel in Ihrer Anleitung.
- Schauen Sie sich die Flachdichtung in der Überwurfmutter des Zulaufschlauchs an. Ist der Gummi porös, rissig oder verhärtet, tauschen Sie die Dichtung aus – ein rein optisch fest sitzender, aber spröder Ring verursacht sonst Tropfleckagen.
- Setzen Sie den Schlauch gerade am Wasserhahn beziehungsweise Eckventil an und drehen Sie die Überwurfmutter handfest zu.
- Zusätzliches Werkzeug ist normalerweise nicht nötig: Bauknecht rät in der eigenen Anschluss-Anleitung ausdrücklich davon ab, die Verschraubung mit einer Zange nachzuziehen, um Gewinde und Dichtung nicht zu beschädigen. Verlangt die Anleitung Ihres konkreten Geräts ausdrücklich ein Werkzeug, richten Sie sich danach.
- Wiederholen Sie das Ganze am Anschluss der Maschine.
- Öffnen Sie den Wasserhahn langsam und kontrollieren Sie beide Verbindungsstellen sofort auf Tropfen.
Wenn Ihr Gerät mit einem Aquastop-Schlauch ausgestattet ist – einem doppelwandigen Schlauch, der bei einem Defekt des inneren Schlauchs die Wasserzufuhr automatisch stoppt – verwenden Sie diesen wie vom Hersteller vorgesehen. Dabei lohnt es sich, die beiden Bauarten auseinanderzuhalten: Ein rein mechanischer Doppelmantelschlauch schließt bei einem Leck im Innenschlauch über ein Federventil und arbeitet ohne Strom. Ein elektronischer Vollwasserschutz erkennt zusätzlich Lecks im Gerät selbst, funktioniert dafür aber nur, solange die Maschine am Netz hängt. Welche Variante verbaut ist, steht in der Bedienungsanleitung – die Unterschiede haben wir im Ratgeber zu Aquastop und Wasserschutz aufgeschlüsselt.
Schritt 4: Ablaufschlauch korrekt einhängen
Der Ablaufschlauch führt das Waschwasser in den Siphon eines Waschbeckens, in ein Standrohr oder einen speziellen Ablauf. Entscheidend ist dabei die Höhe, in der der Schlauch endet: AEG nennt in der eigenen Support-Dokumentation eine Höhe von 60 bis 100 cm über der Aufstellfläche, Bauknecht empfiehlt in der eigenen Anleitung 65 bis 100 cm. Halten Sie sich zusätzlich an die Angaben in der Anleitung Ihres konkreten Modells, da der zulässige Bereich je nach Pumpenleistung leicht abweichen kann.
Neben der Höhe zählt auch die Befestigung:
- Der Schlauch darf nicht abgeknickt werden – ein Knick bremst den Wasserabfluss und kann zu Fehlermeldungen führen.
- Sichern Sie das Schlauchende gegen Herausrutschen, etwa mit dem mitgelieferten Bogen und einer Schlauchschelle oder einem Adapter am Siphon. Rutscht der Schlauch während des Schleudergangs heraus, läuft das Abwasser ungebremst in den Raum statt in den Abfluss.
- Prüfen Sie nach der Montage, ob der Schlauch über die gesamte Länge frei hängt, ohne irgendwo eingeklemmt zu sein.
Meldet die Maschine später einen Fehlercode rund um Zulauf oder Ablauf, ist das oft ein Hinweis auf genau diese Installationsdetails – etwa ein zu weit oder zu niedrig hängender Ablaufschlauch oder ein zugedrehter Wasserhahn. Welche Codes die einzelnen Hersteller dafür anzeigen, erklärt der Ratgeber Fehlercodes an der Waschmaschine.
Schritt 5: Stromanschluss
Schließen Sie die Waschmaschine ausschließlich an eine geerdete Schutzkontakt-Steckdose (Schuko) an, die fest installiert und gut erreichbar ist. Bauknecht weist in der eigenen Anschluss-Anleitung ausdrücklich darauf hin, die Maschine keinesfalls über ein Verlängerungskabel, sondern direkt an einer Steckdose zu betreiben – Waschmaschinen ziehen während des Aufheizens hohe Ströme, wofür eine feste Wandsteckdose mit eigener Absicherung ausgelegt ist.
Verlegen Sie das Netzkabel so, dass es nicht in möglicherweise auslaufendem Wasser liegt oder eingeklemmt wird, und lassen Sie den Stecker frei zugänglich, damit Sie die Maschine im Bedarfsfall schnell vom Netz trennen können. Bei Unsicherheiten zur Steckdose, Absicherung oder zum Stromkreis in Ihrer konkreten Wohnsituation gilt: Ziehen Sie die Bedienungsanleitung Ihres Geräts zurate oder lassen Sie den Anschluss von einer Elektrofachkraft prüfen – Improvisation ist hier der falsche Ort zum Sparen.
Schritt 6: Erster Prüflauf und Dichtigkeitskontrolle
Bevor die erste "richtige" Wäsche in die Trommel kommt, lohnt sich ein Prüflauf ohne Wäsche. Viele Hersteller empfehlen genau das in der Bedienungsanleitung, damit eventuelle Rückstände aus der werksseitigen Prüfung der Maschine ausgespült werden, bevor Kleidung damit in Berührung kommt. Wählen Sie dafür das in Ihrer Anleitung empfohlene Programm – häufig ein Baumwoll- oder Reinigungsprogramm bei hoher Temperatur.
Nutzen Sie diesen ersten Durchlauf gleichzeitig als Kontrolle:
- Zulauf und Ablauf: Beobachten Sie beide Anschlussstellen während des gesamten Programms auf Tropfen oder Feuchtigkeit.
- Stand und Vibration: Achten Sie besonders während des Schleudergangs darauf, ob die Maschine ruhig steht oder anfängt zu wandern beziehungsweise stark zu vibrieren. Beides deutet auf eine noch nicht korrekt entfernte Transportsicherung oder eine unzureichende Ausrichtung hin – in dem Fall Programm abbrechen, Netzstecker ziehen und Schritt 1 und 2 noch einmal prüfen.
- Ablauf am Ende: Kontrollieren Sie, ob die Maschine am Programmende vollständig leergelaufen ist. Bleibt Wasser in der Trommel, prüfen Sie Höhe und Knickfreiheit des Ablaufschlauchs aus Schritt 4.
Läuft dieser erste Testgang unauffällig durch, steht der ersten regulären Wäsche nichts mehr im Wege.
Checkliste vor der ersten "richtigen" Wäsche
- Alle Transportbolzen entfernt und Blindstopfen eingesetzt?
- Maschine mit Wasserwaage ausgerichtet und Kontermuttern der Füße wieder festgezogen?
- Zulaufschlauch handfest und mit intakter Dichtung montiert, keine Tropfen sichtbar?
- Ablaufschlauch in empfohlener Höhe, ohne Knick und gegen Herausrutschen gesichert?
- Maschine an einer geerdeten Steckdose ohne Verlängerung oder Mehrfachstecker angeschlossen?
- Prüflauf ohne Wäsche unauffällig durchgelaufen, Maschine steht ruhig und läuft leer?
Wenn Sie alle sechs Punkte abhaken können, ist Ihre Waschmaschine fachgerecht angeschlossen. Sollte später doch einmal ein unangenehmer Geruch aus der Maschine kommen, obwohl die Installation stimmt, hat das meist andere Ursachen – mehr dazu im Ratgeber Waschmaschine stinkt: Ursachen und Lösungen. Und wer noch vor dem Kauf steht: Die passende Bauform, Größe und Ausstattung finden Sie im großen Kaufratgeber.