Waschmaschine reinigen: Die Pflege-Routine für Flusensieb, Schublade und Türdichtung

Von Sebastian Hösel · Wie wir arbeiten

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Eine Waschmaschine, die nie riecht, ist meistens keine Frage von Glück, sondern von Routine. Statt erst zu reagieren, wenn es im Bullauge schon müffelt, lohnt sich ein fester Pflege-Rhythmus: ein paar Handgriffe nach jedem Waschgang, ein paar Minuten pro Woche und pro Monat – mehr braucht es nicht, um Flusensieb, Waschmittelschublade und Türdichtung dauerhaft sauber zu halten. Dieser Ratgeber zeigt, welche Aufgabe wie oft ansteht und warum sich das lohnt.

Eine Bürste mit Holzgriff, ein weißes Mikrofasertuch, eine Schale Wasser und ein Glas mit weißem Pulver auf einer hellen Arbeitsplatte
Mehr als eine schmale Bürste, ein Tuch und ein paar Minuten braucht die Routine nicht.

Vorbeugen statt reagieren

Wenn Ihre Maschine bereits unangenehm riecht, ist dieser Artikel nicht der richtige Einstieg – dafür gibt es die ausführliche Ursachenanalyse in Waschmaschine stinkt: Ursachen und Lösungen. Hier geht es um die Routine davor: die immer gleichen Handgriffe, die verhindern, dass sich Feuchtigkeit, Waschmittelreste und Fusseln überhaupt erst zu einem Biofilm entwickeln. Die gute Nachricht: Die einzelnen Aufgaben sind einfach, sie kosten nur wenig Zeit – aber sie brauchen unterschiedliche Rhythmen, je nachdem, wo in der Maschine sie ansetzen.

Der Pflege-Rhythmus auf einen Blick

Drei der vier Routineaufgaben lassen sich einem festen Kalender-Takt zuordnen: wöchentlich, etwa alle zwei Monate und alle paar Monate. Die vierte – Tür und Schublade offen stehen lassen – hat keinen Kalendertakt, weil sie nach jedem einzelnen Waschgang ansteht. Das folgende Diagramm ordnet die drei kalendarischen Aufgaben nach ihrer ungefähren Häufigkeit pro Jahr ein.

Pflege-Rhythmus: wie oft im Jahr?Balkendiagramm mit drei Reinigungsaufgaben und ihrer ungefähren Häufigkeit pro Jahr: Türdichtung wöchentlich (ca. 52-mal), Waschmittelschublade etwa alle 2 Monate (ca. 6-mal), Flusensieb alle 3 bis 6 Monate (ca. 3-mal).Pflege-Rhythmus: wie oft im Jahr?Anzahl Reinigungen pro Jahr (ca.)ca. 52xTürdichtungwöchentlichca. 6xSchubladeetwa alle 2 Monateca. 3xFlusensieballe 3-6 Monate

Zusätzlich zu diesen drei Terminen steht die vierte Aufgabe – Tür und Schublade offen lassen – nach jedem einzelnen Waschgang an, unabhängig vom Kalender.

Nach jedem Waschgang: Tür und Schublade offen lassen

Der wirkungsvollste Handgriff kostet keine Minute Arbeit: Lassen Sie die Gerätetür nach dem Waschen einen Spalt offen stehen, ebenso die Waschmittelschublade. Bei geöffneter Tür kann die Restfeuchtigkeit aus Trommel und Türdichtung abtrocknen, statt in der geschlossenen, warmen Maschine ein feuchtes Klima für Bakterien zu schaffen. Genauso sollte die Waschmittelschublade nach dem Waschgang offen bleiben, damit Reste von Waschmittel und Weichspüler dort nicht dauerhaft feucht liegen bleiben. Diese Gewohnheit ersetzt keine der folgenden Reinigungsschritte, senkt aber spürbar, wie schnell sich überhaupt erst etwas bildet, das gereinigt werden muss. Der VerbraucherService Bayern nennt genau diese beiden Gewohnheiten als einfachste Vorbeugung, weil Keime keine Trockenheit mögen.

Wöchentlich: Türdichtung kurz auswischen

Die Gummimanschette rund um die Tür ist bei jedem Waschgang Feuchtigkeit ausgesetzt und hat tiefe Falten, in denen sich Wasser, Fusseln und Waschmittelreste sammeln – ein klassischer Nährboden für Biofilm und Schimmel, wenn er nicht regelmäßig trockengewischt wird. Der VerbraucherService Bayern rät, die Dichtung regelmäßig von Rückständen zu befreien, besonders im unteren Bereich der Falte, in dem sich Wasser sammelt; in der Praxis lässt sich das am einfachsten in einen festen Wochentermin packen. Ziehen Sie die Falte der Dichtung dafür vorsichtig auseinander und wischen Sie sie mit einem trockenen oder leicht feuchten Tuch aus. Bei sichtbarer Verschmutzung reicht meist ein Tuch mit warmem Wasser und etwas mildem Spülmittel; danach die Dichtung nochmals trockenwischen.

Etwa alle zwei Monate: Waschmittelschublade gründlich reinigen

Auch wenn Sie die Schublade nach jedem Waschgang offen stehen lassen, sammeln sich mit der Zeit angetrocknete Waschmittel- und Weichspülerreste in den Kammern und Führungsschienen. Bosch empfiehlt in der eigenen Anleitung, die Schublade etwa alle zwei Monate komplett herauszunehmen (meist lässt sie sich durch Ziehen bei gleichzeitigem Druck auf eine Arretierung entnehmen), die Einsätze unter fließendem warmem Wasser abzuspülen und mit einer Bürste von Rückständen zu befreien. Reinigen Sie mit einer alten Zahnbürste auch den Schacht dahinter, in dem sich ebenfalls Rückstände festsetzen. Vor dem Wiedereinsetzen alles vollständig trocknen lassen.

Alle 3 bis 6 Monate: Flusensieb prüfen – und einmal im Monat der Pflege-Waschgang

Das Flusensieb – meist hinter einer kleinen Klappe unten an der Front zu finden – fängt Fusseln, Haare und Kleinteile ab, die sich sonst in Pumpe oder Schläuchen festsetzen könnten. Der Reinigungsbedarf hängt stark von der Nutzung ab: Gorenje empfiehlt für Haushalte mit durchschnittlicher, etwa wöchentlicher Nutzung eine Kontrolle alle sechs Monate, bei zwei bis drei Waschgängen pro Woche oder mehr alle drei Monate. Samsung nennt für seine eigenen Geräte mit 5 bis 6 Mal pro Jahr einen etwas engeren Takt – prüfen Sie im Zweifel die Anleitung Ihres konkreten Modells. Schrauben Sie das Sieb dazu gegen den Uhrzeigersinn heraus (am besten mit einem flachen Gefäß und einem Lappen bereitstehen, da Restwasser austritt) und spülen Sie es unter fließendem Wasser aus.

Einmal im Monat lohnt sich zusätzlich ein Waschgang bei 60 °C mit einem bleichmittelhaltigen Waschmittel und möglichst geringer oder keiner Beladung. Der IKW (Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel) empfiehlt genau diesen monatlichen 60-°C-Waschgang, weil sich bei ausschließlicher Nutzung von Niedrigtemperatur-Programmen und bleichmittelfreien Waschmitteln – besonders in wassersparenden Maschinen – Biofilme bilden können. Auch der VerbraucherService Bayern nennt denselben monatlichen 60-°C-Waschgang mit Pulverwaschmittel als Mittel gegen Keime. Falls vorhanden, eignet sich dafür auch ein spezielles Hygiene- oder Selbstreinigungsprogramm, das dieselbe Temperatur erreicht und hält. Wer ohnehin überwiegend bei niedrigen Temperaturen wäscht, profitiert von diesem monatlichen Durchgang besonders, weil sich sonst Ablagerungen leichter aufbauen.

Diese Routine ersetzt nicht das Entkalken: Kalk setzt sich vor allem am Heizstab ab und sein Intervall hängt von der Wasserhärte am Wohnort ab, nicht vom Reinigungs-Rhythmus. Die passenden Intervalle dafür finden Sie in Waschmaschine entkalken: wie oft und womit.

Checkliste zum Ausdrucken

AufgabeRhythmusKurzanleitung
Tür und Schublade offen lassenNach jedem WaschgangTür einen Spalt offen lassen, Schublade nicht schließen
Türdichtung auswischenWöchentlichFalte auseinanderziehen, trockenwischen, unteren Bereich nicht vergessen
Waschmittelschublade reinigenEtwa alle 2 MonateSchublade entnehmen, Einsätze spülen, Schacht mit Bürste reinigen, trocknen lassen
Flusensieb kontrollierenAlle 3-6 Monate (bei starker Nutzung häufiger, siehe oben)Klappe öffnen, Sieb herausschrauben, unter fließendem Wasser ausspülen
Pflege-Waschgang bei 60 °CEinmal im MonatLeerer oder gering befüllter Waschgang bei 60 °C mit bleichmittelhaltigem Waschmittel bzw. Hygieneprogramm

Wenn die Routine nicht mehr reicht

Auch mit fester Routine kann es vorkommen, dass es dennoch müffelt – etwa nach einer Pause, in der die Maschine ungenutzt und geschlossen stand, oder wenn eine der Aufgaben länger liegen geblieben ist. In dem Fall lohnt sich der gezielte Blick in Waschmaschine stinkt: Ursachen und Lösungen, wo die einzelnen Ursachen und ihre Abhilfe im Detail beschrieben sind. Als vorbeugende Routine reichen die fünf Punkte oben in aller Regel aus, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.

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